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Landkreis Amberg-Sulzbach besorgt 59 Luftreinigungsgeräte

Landratsamt Amberg-Sulzbach Foto: Pressedienst Wagner
Landratsamt Amberg-Sulzbach
Foto: © Pressedienst Wagner

AMBERG-SULZBACH. In den für Schulen des Landkreises Amberg-Sulzbach sollen schon bald Luftreinigungsgeräte in Klassen- und Lehrerzimmern sowie in Fachräumen für weniger Bakterien, Viren und Schadstoffe sorgen. Dafür gab der Kreisausschuss bei 2 Gegenstimmen der Kreisräte Dr. Martin Pöllath (FDP/FWS) und Christian Zollbrecht (ödp) nun grünes Licht. 59 Geräte sollen in den kommenden Wochen bestellt werden. Die Kosten hierfür liegen laut Beschlussvorlage bei rund 242.000 Euro.

Davon muss der Landkreis Eigenmittel in Höhe von rund 138.650 Euro aufbringen. Hinzu kommen laut Kämmerer Anton Weber jährliche Wartungskosten von 17.700 Euro für alle Geräte. Zuschuss gibt es vom Freistaat Bayern, der für die Anschaffung der Luftreinigungsgeräte bis zu 50 Prozent Förderung gewährt, pro Gerät aber maximal 1.750 Euro.

Die mobilen Luftreiniger wälzen die Luft um, auf ein regelmäßiges Lüften kann auch künftig nicht verzichtet werden. Das Umweltbundesamt sieht die Geräte nur als zusätzliche Maßnahme und in Ausnahmefällen als sinnvoll. Dennoch machte Landrat Richard Reisinger in der Sitzung des Kreisausschusses deutlich: „Die Mehrheit meiner Landratskollegen besorgt Luftreinigungsgeräte. Angesichts der zu erwartenden steigenden Inzidenzwerte und der Erwartungen der Schulfamilie wolle er genauso verfahren und dafür stimmen.“
Unterstützung bekam der Landkreischef vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Winfried Franz. „Man muss das unterstützen, das ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag“. Allerdings sieht Franz den Freistaat stärker in der Pflicht. 50 Prozent Förderung findet er „nicht angemessen“. Zustimmung für das Vorhaben kam auch von Hans Martin Grötsch von den Freien Wählern. Er sieht den Landkreis in der Verantwortung und fordert, „mit Weitblick an den Schulstart zu denken“. Die Kosten seien überschaubar und das Geld nicht verschwendet, so Grötsch. Ähnliche Töne schlug JU-Fraktionsvorsitzender Henner Wasmuth an. „Alles was wir tun können, um Schulen krisenfest zu machen, um die Bildung der Kinder zu garantieren, müssen wir unternehmen.“ Auch CSU-Fraktionschef Bernhard Lindner sprach sich für die Anschaffung der Luftreinigungsgeräte aus, merkte aber an, dass der Landkreis bei der Wartung „keine Ewigkeitsverträge“ abschließen sollte. Auch die Grünen in Person von Kreisrat Peter Eckert sind für die Besorgung der Geräte.

Gegen eine Anschaffung sprachen sich ödp-Kreisrat Christian Zollbrecht und der Fraktionsvorsitzende der FDP/FWS, Dr. Martin Pöllath, aus. Pöllath zeigte Verständnis für die Ängste und Sorgen der Eltern und den daraus entstandenen gesellschaftlichen Druck, machte aber auch deutlich, dass „die Sache nicht nur eine gesundheitliche Dimension hat, sondern auch eine erhebliche wirtschaftliche Komponente.“ Für ihn und seine Fraktion sprechen mehr Argumente gegen eine Anschaffung als dafür, da „das Ende der Pandemie absehbar“ sei, auch wenn die Inzidenzzahlen gerade wieder steigen. Der Kreisrat befürchtet zudem, „dass die Geräte zum Lieferzeitpunkt schon nicht mehr benötigt werden und dann als Elektronikschrott in der Rumpelkammer bei weiterlaufenen Wartungsverträgen landen.“
Der Kreisausschuss stimmt letztlich bei zwei Gegenstimmen für die Anschaffung der Geräte.

Hintergrund:
Die Walter-Höllerer-Realschule sowie das Sonderpädagogische Förderzentrum Sulzbach-Rosenberg wurden in den vergangenen Jahren generalsaniert. Im Zuge dessen wurden die Schulen mit automatischen Lüftungsanlagen ausgestattet. Ein Einsatz von zusätzlichen mobilen Luftreinigungsgeräten ist deshalb in den neuen Gebäuden nicht erforderlich. Lediglich für den Erweiterungsbau der Walter-Höllerer-Realschule aus den 2000er Jahren müssen zusätzliche Luftreinigungsgeräte besorgt werden.

Bericht: Landratsamt Amberg-Sulzbach

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