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Callcenterbetrug – Senioren im Fokus dreister Betrüger

Alter Mensch am Telefon (Symbolbild Pixabay)
Symbolbild

OBERPFALZ / BAYERN. Betrüger haben in den letzten Jahren unterschiedliche Varianten entwickelt, um an die Ersparnisse von Seniorinnen und Senioren zu gelangen. Dabei nutzen sie gezielt die Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft der Generation 60-Plus aus. Auch die Angst vor dem Coronavirus machen sich die Täter zu Eigen. Falsche Polizeibeamte, Falsches Gewinnversprechen oder der Enkeltrick sind nur einige wenige Beispiele krimineller Machenschaften. Die Polizei klärt über die bekanntesten Maschen auf und gibt entsprechende Tipps.

Bei der Vorgehensweise – Falscher Amtsträger – geben sich die Täter bei einem Anruf als Polizeibeamte oder Bedienstete öffentlicher Stellen aus und gaukeln dem Opfer vor, dass es Einbrecher auf ihr Erspartes abgesehen hätten. Auch auf der Bank sei ihr Geld nicht mehr sicher. Schließlich wird ein Übergabetermin ausgemacht, damit die vermeintlichen Beamten die Wertsachen an einen sicheren Ort bringen können.

Beim Phänomen – Falsches Gewinnversprechen – werden von den Betrügern angeblich hohe Geldgewinne versprochen. Vor der Gewinnübergabe werden die Opfer dazu aufgefordert, eine Gegenleistung zu erbringen, zum Beispiel „Gebühren“ zu bezahlen, kostenpflichtige Telefonnummern anzurufen oder an Veranstaltungen teilzunehmen auf denen minderwertige Ware zum Kauf angeboten wird.

Der Anrufer beim sogenannten Enkel-/Verwandtentrick gibt an, dass er beispielsweise aufgrund eines Hauskaufes oder wegen einer Coronainfektion in finanzielle Notlage geraten sei und nun schnellst möglich Geld benötigen würde.

Die Betreiber/Mitarbeiter solcher Callcenter agieren meist aus dem Ausland, nicht nur deshalb gestaltet sich deren Identifizierung oft schwierig. Zwar bildet dieses Deliktsfeld des banden -/ und gewerbsmäßigen Betruges im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Kemnath keinen Kriminalitätsschwerpunkt, dennoch wurden in den letzten zwei Jahren insg. 40 solcher Taten registriert.

Nachfolgend werden exemplarisch zwei der aufgenommenen Fälle dargestellt:
Mitte September wurde ein 80-jähriger Rentner, Opfer der Betrugsmasche „Falscher Polizeibeamter“. Dem Senior wurde von einem angeblichen Polizeihauptkommissar mitgeteilt, dass es in der Nachbarschaft des Opfers zu mehreren Einbrüchen gekommen sei. Hierbei wären angeblich auch personenbezogene Daten des Rentners gestohlen worden, weswegen dessen Geld auf der Bank nicht mehr sicher sei. Um dies zu schützen, wurde der Senior mehrmals aufgefordert, entsprechende Bargeldabholungen von seinem Bankkonto vorzunehmen. Das Geld werde dann von einem Polizeibeamten abgeholt, um dies auf einer Polizeidienststelle sicher verwahren zu können, so der Anrufer. Bei den Anrufen wurde sogar die Rufnummer 110 auf das Telefon des Geschädigten übertragen. Einige Tage später übergab das Opfer schlussendlich einen niedrigen fünfstelligen Geldbetrag an einen falschen Polizeibeamten.

Ende Oktober meldete sich eine angebliche Enkelin telefonisch bei einer 84-jährigen Seniorin. Die junge Frau teilte ihrer Großmutter mit, dass sie 50.000.– Euro nach einem Wohnungskauf als Sicherheit bei einem Anwalt hinterlegen müsste. Wenn dann der bereits abgeschlossene Kredit greife, würde sie ihr das Geld zurückzahlen. In diesem Fall erkannte die Seniorin den Betrug, weswegen Schlimmeres verhindert werden konnte.

Tipps der Polizei für Senioren, Angehörige und sonstigen Kontaktpersonen:

Weitere Hinweise zur polizeilichen Kriminalprävention finden sie unter www.polizei-beratung.de.

Bericht: PI Kemnath

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