Medienzentrum Amberg-Sulzbach mit Rekordzahlen

Online-Medien auf dem Vormarsch

Vieles läuft heutzutage über Laptop oder PC. Auch in den Schulen sind moderne Medien nicht mehr wegzudenken. Das Medienzentrum Amberg-Sulzbach hat hierfür die passenden Angebote. Foto: Jörg Gebert, Medienzentrum Amberg-Sulzbach
Vieles läuft heutzutage über Laptop oder PC. Auch in den Schulen sind moderne Medien nicht mehr wegzudenken. Das Medienzentrum Amberg-Sulzbach hat hierfür die passenden Angebote
Foto: Jörg Gebert, Medienzentrum Amberg-Sulzbach

AMBERG-SULZBACH. In den vergangenen 10 Jahren hat das Medienzentrum Amberg-Sulzbach sein Angebot an digitalen Medien für die verschiedenen Bereiche der Bildungsarbeit umfangreich erweitert. Gerade jetzt, in den von der Corona-Pandemie geprägten Zeit, erleben diese Online-Medien eine noch nie dagewesene Nachfrage.

Peter Lang, Leiter des Medienzentrums Amberg-Sulzbach, verzeichnet seit den Schulschließungen Mitte März einen rasanten Anstieg bei der Nutzung von Online-Medien für den Unterricht. „Das vergangene Jahr war für ein Medienzentrum unserer Größe schon äußerst erfolgreich, aber dieses Jahr stellt schon jetzt alles in den Schatten. Die bisherigen Verleih- und Downloadzahlen bis Ende Mai haben das Vorjahresergebnis bereits überholt. Die Abrufe in der Mediathek der Lernplattform „Mebis“ haben beispielsweise eine Steigerung von mehr als 100 Prozent erfahren“, zeigt sich Lang erfreut über die starke Nachfrage am Medienzentrum und die damit verbundenen Rekordzahlen.
Der Ausbau des Archivs war nur mit hohem finanziellen Aufwand möglich. Die verstärkte Investition in Online-Medien gerade in diesen Zeiten, in denen die Schulen geschlossen werden mussten, habe sich aber mehr als bezahlt gemacht, sagt Lang, der seinen Dank vor allem an Landrat Richard Reisinger richtet, der das Medienzentrum Amberg-Sulzbach bereits aus seiner aktiven Zeit als Lehrer kennt, es jetzt als Landrat stets unterstützt und immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Mitarbeiter des Medienzentrums hat.
Reisinger weiß, wie wichtig es ist, dass den Lehrkräften an Lehrplänen und Bildungsstandards orientierte Medien zur Verfügung stehen, die zudem, anders als Clips von diversen Streaming-Plattformen, lizenz- und urheberrechtlich einwandfrei sind. „Diese Rechte zu erwerben, ist aber nicht billig“, sagt Reisinger. So müssen die mehr als 80 bayerischen kommunalen Medienzentren, die laut Gesetz für die Versorgung der Schulen mit Medien zuständig sind, pro Titel in der Regel jeweils zwischen 300 und 800 Euro für die Onlinelizenz bezahlen.

Mediennutzung für Schüler und eigener Webkonferenz-Server für Schulen
Seit Mitte April bietet das Medienzentrum Amberg-Sulzbach den Lehrkräften im Amberg-Sulzbacher Land außerdem die Möglichkeit, einzelne Online-Medien aus dem Katalog per Link für ihre Schülerinnen und Schüler freizuschalten. Diese können die Unterrichtsfilme dann in den folgenden 10 Tagen, so lange ist der Link gültig, am heimischen Computer streamen und die zugehörigen Arbeitsmaterialien bearbeiten.

Die pandemiebedingten Schulschließungen haben den kompletten Präsenzunterricht zum Erliegen gebracht. Um trotzdem mit den Schülerinnen und Schülern in Kontakt zu bleiben, haben sich die Schulen mit unterschiedlichen Plattformen für Videokonferenzen beholfen. Es habe sich schnell gezeigt, dass manche dieser Plattformen dem Ansturm nur bedingt gewachsen waren, erzählt Lang. Ein anderes weitaus größeres Problem bestand auch darin, dass die benutzten Videokonferenz-Systeme nicht mit den strengen Bestimmungen der Datenschutzgrundverordnung in Einklang standen, so der Leiter des Medienzentrums.

Virtueller Unterricht über eigenen Server: Leicht und sicher
Das Medienzentrum Amberg-Sulzbach hat darauf reagiert. „Weil an einen regulären Unterricht, so wie wir ihn noch zu Beginn des Jahres gewohnt waren, wohl noch längere Zeit nicht zu denken ist“, erklärt Lang. Der Fahrplan zur schrittweisen Öffnung der Schulen sieht für die Schülerinnen und Schüler in Zukunft auf noch nicht absehbare Zeit einen Wechsel zwischen Präsenzunterricht und „Lernen zu Hause“ vor.
Aus diesem Grund hat das Team des Medienzentrums unter Federführung des stellvertretenden Leiters Werner Winter einen eigenen Webkonferenz-Server für den virtuellen Unterricht aufgesetzt. Bei diesem kostenlosen Angebot für alle Schulen im Landkreis Amberg-Sulzbach und in der Stadt Amberg wurde besonderer Wert auf eine einfache Bedienbarkeit, Stabilität und vor allen Dingen Datenschutz-Sicherheit (DSGVO) gelegt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Mit diesem System kann jede Lehrkraft im Bereich der Schulämter im Landkreis Amberg-Sulzbach und in der Stadt Amberg eine Videokonferenz mit ihren Schülern oder Kollegen starten, freut sich Winter.

Hintergrund Medienzentrum Amberg-Sulzbach:
Im Jahr 1997 erfolgte die Zusammenlegung der damaligen Kreisbildstelle des Landkreises Amberg-Sulzbach mit der Stadtbildstelle Amberg. Das neue Medienzentrum war somit ein erster Schritt hin zur interkommunalen Zusammenarbeit. 
Das Archiv verfügt heute über mehr als 4000 Medien, vornehmlich didaktische DVDs. Alle Medien können heute im Onlinekatalog ausführlich recherchiert, als Stream gesichtet, auf Verfügbarkeit geprüft und vorbestellt werden. Mehr als 1000 DVDs und 1500 Schulfernsehsendungen stehen zum Download zur Verfügung. Alle Schulen und anerkannte Bildungseinrichtungen dürfen auf Antrag passwortgeschützt dieses Online-Angebot des Medienzentrums nutzen.

Informationen zum Angebot des Medienzentrums Amberg-Sulzbach sind online unter www.medienzentrum-as.de abrufbar.

Bericht: Landratsamt Amberg-Sulzbach