Bayerische Blitzmarathon-Bilanz 2019

Mobiles Messgerät zur Geschwindifkeitsmessung Foto: Pressedienst Wagner
Mobiles Messgerät zur Geschwindigkeitsmessung
Foto: Pressedienst Wagner

10.821 Geschwindigkeitssünder hat die Bayerische Polizei beim siebten Bayerischen 24-Stunden-Blitzmarathon vom 3. April, 6 Uhr, bis zum 4. April 2019, 6 Uhr, erwischt – trotz Vorankündigung und Tage zuvor unter www.sichermobil.bayern.de veröffentlichter Messstellen (Blitzmarathon 2018: 8.466 Geschwindigkeitsverstöße). Der unrühmliche ‚Spitzenreiter‘ war ein 30‑jähriger Autofahrer, der auf der B300 bei Neusäß in Schwaben mit 160 Stundenkilometern anstatt der erlaubten 70 gemessen wurde. Ihm drohen eine Geldbuße von 1.200 Euro, zwei Punkte in Flensburg und drei Monate Fahrverbot. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann kündigte an: „Wir müssen auch weiterhin auf verstärkte Geschwindigkeitskontrollen setzen, solange noch so viele Unbelehrbare unterwegs sind.“ Für den Minister ist es unverständlich, dass es vielen Verkehrsteilnehmern immer noch nicht bewusst ist, wie gefährlich zu schnelles Fahren sein kann: „Raser setzen nicht nur ihr eigenes Leben auf Spiel, sondern auch das von anderen.“

Von allen Polizeipräsidien wurden reihenweise Raser gemeldet. Die jeweiligen ‚Spitzenreiter‘ waren:

  • PP Schwaben Nord auf der B300 bei Neusäß 90km/h zu schnell
  • PP Niederbayern auf der St2045 bei Landshut 87 km/h zu schnell
  • PP Mittelfranken auf der B8 bei Fürth 74 km/h zu schnell
  • PP Unterfranken auf der B285 bei Mellrichtstadt 74 km/h zu schnell
  • PP Oberbayern Nord auf der St2580 bei Markt Schwaben 71 km/h zu schnell
  • PP Schwaben Süd/West auf der B308 bei Sigmarszell 63 km/h zu schnell
  • PP München auf der Ständlerstraße 60 km/h zu schnell
  • PP Oberpfalz auf der St2660 bei Barbing 58 km/h zu schnell
  • PP Oberfranken auf der B173 bei Köditz 53 km/h zu schnell
  • PP Oberbayern Süd auf der St2072 bei Unterleiten 46 km/h zu schnell

Einzelheiten zu den regionalen Ergebnissen können bei den jeweiligen Polizeipräsidien erfragt werden.

Beim siebten Bayerischen Blitzmarathon haben rund 2.200 Polizistinnen und Polizisten sowie etwa 70 Bedienstete der Gemeinden und Zweckverbände der kommunalen Verkehrsüberwachung 24 Stunden verstärkt die Geschwindigkeit an rund 2.000 möglichen Messstellen in ganz Bayern kontrolliert. Besonders im Visier waren Unfallschwerpunkte auf Landstraßen und Abschnitte, auf denen oft zu schnell gefahren wird. Dabei kam moderne Messtechnik zum Einsatz, zum Beispiel spezielle Lasermesspistolen und hochpräzise digitale Messgeräte. Sofern möglich hielt die Polizei die ertappten Verkehrssünder gleich nach der Messung an, um einen nachhaltigeren Effekt zu erzielen. Herrmann: „Ziel unseres Blitzmarathons war, alle Verkehrsteilnehmer aufzurütteln, sich dauerhaft an die Geschwindigkeitslimits zu halten. Es ging uns nicht darum, möglichst viele Bußgelder einzunehmen.“

Der 24-Stunden-Blitzmarathon war Teil des europaweiten ‚Speedmarathons‘, der vom europäischen Verkehrspolizei-Netzwerk ‚TISPOL‘ koordiniert wurde. Auch andere Bundesländer beteiligten sich daran. Über Geschwindigkeitsverstöße hinaus wurden bei den Kontrollen in Bayern mehr als 1.350 weitere Delikte festgestellt, beispielsweise aufgrund verkehrsunsicherer Fahrzeuge oder wegen unter Drogen stehender Fahrer.

Bericht: Bayerisches Innenministerium